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Magersucht (Anorexia nervosa)

Übersicht

Fast jeder fürchtet sich davor, zuzunehmen. Wenn die Vorstellung, zu dick zu sein, aber zwanghaft wird, nennt man dies Magersucht oder Anorexia nervosa. Die Magersucht ist eine Essstörung, die zu massivem Gewichtsverlust führen kann. Typisch ist die zwanghafte Beschäftigung mit dem eigenen Körpergewicht und der Nahrungsaufnahme.

Viele Betroffene treiben exzessiv Sport. Sie ernähren sich extrem kalorienarm. Menschen, die an Magersucht leiden, haben übersteigerte Angst davor, dick zu werden. Oft fühlen sie sich wohler in ihrer Haut, wenn sie abnehmen. Der US-amerikanischen Organisation National Alliance on Mental Illness zufolge tritt Magersucht unter weiblichen Jugendlichen am häufigsten auf, aber auch siebenjährige Kinder oder 80-jährige Senioren können davon betroffen sein. (NAMI)

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Ursachen

Ursachen

Die genauen Ursachen der Magersucht sind unbekannt. Viele Menschen, die an Magersucht erkranken, haben ein negatives Körperbild. Viele bemühen sich zwanghaft, perfekt zu sein. Viele versuchen, ihr Leben in jeder Hinsicht zu kontrollieren. Weitere Faktoren, die eine Rolle spielen können:

Biologie

Genetische und hormonelle Faktoren können die Entstehung einer Magersucht begünstigen. Es gibt Hinweise auf eine Verknüpfung zwischen Magersucht und Serotonin, einem Botenstoff im Gehirn.

Umgebung

Auch der gesellschaftliche Druck, schlank auszusehen, kann zur Entstehung einer Magersucht beitragen. Bilder in Zeitschriften und das Fernsehen wecken in vielen jungen Mädchen den Wunsch, superschlank zu sein.

Psychologie

Patienten mit Zwangsstörungen neigen möglicherweise eher dazu, strenge Diät zu halten und exzessiv Sport zu treiben, wie es auch für Magersuchtpatienten typisch ist. Menschen mit Zwangsstörungen streben nach Perfektion und haben ständig das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Anzeichen und Symptome

Anzeichen und Symptome

Um abzunehmen und ihr extrem niedriges Gewicht zu halten, wenden Magersuchtpatienten verschiedene Methoden an: Manche reduzieren die Kalorienaufnahme, andere treiben exzessiv Sport. Bei manchen kommt es zur Ess-Brech-Sucht ähnlich wie bei Bulimie-Patienten. Andere greifen zu Abführ-, Brech- oder Entwässerungsmitteln, um die aufgenommene Nahrung wieder loszuwerden. Patienten mit Magersucht weisen u.a. folgende Symptome auf:

  • Weigerung, Normalgewicht zu halten
  • Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Mit feinem weichem Flaum bedeckte fahle oder fleckige Haut
  • Dünnes Haar, Haarausfall
  • Verstopfung
  • Ausbleiben der Periode über mehr als drei Menstruationszyklen
  • Trockene Haut
  • Niedriger Blutdruck

Zusätzlich kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen wie:

  • Exzessives Sporttreiben
  • Essen wird in winzige Stücke geschnitten oder nur auf dem Teller hin und hergeschoben, anstatt es in den Mund zu stecken.
  • Reizbarkeit
  • Rückzug aus geselligen Aktivitäten
  • depressive Verstimmungen
  • Leugnung des Hungergefühls
  • Einnahme von Abführmitteln, Entwässerungs- und Diätpillen
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Diagnose

Diagnose

Der Arzt muss andere denkbare Ursachen für den Gewichtsverlust abklären, etwa Gluten-Unterverträglichkeit (Zöliakie) oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Bei der körperlichen Untersuchung misst der Arzt Blutdruck und Herzfrequenz. Oft werden Labortests durchgeführt, um Elektrolytspiegel, Leber- und Nierenfunktion zu überprüfen. Bei der Untersuchung fragt der Arzt oft auch nach Essgewohnheiten und Gefühlen. Außerdem kann der Arzt eine Knochendichtemessung durch-führen oder abklären, ob Herzrhythmusstörungen vorliegen.

Behandlung

Behandlung

Ein großes Hindernis bei der Behandlung der Magersucht ist die Überzeugung der Betroffenen, dass sie keine Hilfe brauchen. Viele Patienten sind sich gar nicht bewusst, dass bei ihnen eine Störung vorliegt. Das macht die Behandlung oft schwierig.

Das Hauptziel der Behandlung ist die Wiederherstellung des Normalgewichts und eines normalen Essverhaltens. Diätassistenten bringen den Betroffenen bei, sich richtig zu ernähren. Oft wird empfohlen, die ganze Familie in die Behandlung mit einzubeziehen. Für die meisten Betroffenen stellt Magersucht ihr ganzes Leben lang eine Bedrohung dar.

Therapie

Sie und Ihre Familie müssen gemeinsam versuchen, die Magersucht zu überwinden. Oft findet im Rahmen der Behandlung eine familiäre Gruppen- und Einzeltherapie statt.

Einzeltherapie

Die so genannte kognitive Verhaltenstherapie wird oft bei der Behandlung von Magersucht eingesetzt. Diese Methode hilft, ungesunde Gedanken und Verhaltens-weisen abzustellen. Angestrebt wird, dass der Patient lernt, mit Gefühlswallungen umzugehen und ein Selbstwertgefühl aufzubauen.

Familientherapie

Bei dieser Therapieform werden die Familienmitglieder in eine gesunde Ernährung und Lebensweise des Patienten mit einbezogen. Zugleich werden dabei Konflikte innerhalb der Familie angesprochen. Bei dieser Therapieform kann das magersüchtige Familienmitglied lernen, Rückhalt bei Angehörigen zu finden.

Gruppentherapie

Bei der Gruppentherapie setzen sich Magersüchtige mit anderen auseinander, die das gleiche Problem haben. Manchmal kommt es dabei allerdings zu einem Wettbewerb, wer von den Betroffenen am dünnsten ist. Damit es dazu nicht kommt, sollten Therapiegruppen immer von qualifizierten medizinischen Fachleuten geleitet werden.

Medikamente

Derzeit gibt es keine Medikamente mit erwiesener Wirksamkeit bei Magersucht. Manchmal verschreibt der Arzt Antidepressiva gegen die Angstzustände und depressiven Verstimmungen, die oft mit der Magersucht verbunden sind. Diese Medikamente sorgen dafür, dass Sie sich besser fühlen. Allerdings unterdrücken Antidepressiva nicht den Wunsch nach Gewichtsabnahme.

Stationäre Behandlung

Je nach Schweregrad der Gewichtsabnahme weist Ihr Arzt Sie möglicherweise für ein paar Tage ins Krankenhaus ein, um die Auswirkungen der Magersucht zu behandeln. Dort wird manchmal eine Magensonde gelegt; ist der Körper ausgetrocknet, wird über eine Infusion Flüssigkeit zugeführt. Wenn Sie weiter die Nahrung verweigern oder psychiatrische Störungen zeigen, müssen Sie im Krankenhaus unter Umständen auf der Intensivstation behandelt werden.

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Langzeit

Langzeit

Viele Patienten genesen von einer Magersucht. Ein kleiner Prozentsatz wird jedoch nicht wieder gesund. Einige von ihnen sterben sogar an der Magersucht. Bei anderen verschiebt sie sich auf andere Essstörungen. Manche benötigen ihr Leben lang Behandlung und Betreuung, um mit der Magersucht zurecht zu kommen. In solchen Fällen kann eine Selbsthilfegruppe hilfreich sein.

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Prävention

Prävention

Es gibt keine anerkannte Methode zur Vorbeugung der Magersucht. Sinnvoll ist aber, frühzeitig auf typische Symptome zu achten, um Diagnose, Behandlung und Genesung zu beschleunigen. Wenn Sie selbst oder jemand aus Ihrer Familie sich zwanghaft mit dem eigenen Gewicht beschäftigt, exzessiv Sport treibt oder ständig etwas am eigenen Aussehen auszusetzen hat, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen.

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